Brandverletzte Jugendliche

Häufig gestellte Fragen

Haut & Pflege

Durch die Verbrennung oder Verbrühung hat die Haut die Fähigkeit verloren, ihren Fett- und Feuchtigkeitsgehalt selbst zu regulieren. Deshalb solltest du sie jetzt mit fetthaltigen Salben mehrmals täglich eincremen. Nicht gefettete Narben werden schuppig und rissig, sind leicht verletzbar und tun entsprechend weh oder jucken.

Jede Creme, die du verträgst, ist für dich geeignet. Oft wird die Creme, die schon im Krankenhaus benutzt wurde, weiterverwendet.

Nach einer Verbrennung solltest du die Narben in den ersten 2 Jahren nach dem Unfall nicht der direkten Sonne aussetzen. Die Gefahr eines Sonnenbrandes ist sehr groß und die Narben können in der Sonne dunkler werden. Diese Verfärbung bleibt dauerhaft und macht die Narben auffälliger.

Wir empfehlen für die Narben Sunblocker mit einem Schutzfaktor 50+. In der Apotheke erhältst du verschiedene Präparate. Aber trotz dieses hohen Faktors darfst du dich nicht zu lange in der Sonne aufhalten. Deine Kompressionskleidung allein schützt dich nicht.

Es gibt Firmen, die sich auf Sonnenschutzkleidung spezialisiert haben. Diese bieten zusätzlichen Schutz.

Deine Narben sind auch sehr empfindlich gegen Kälte. Deshalb musst du dich warm anziehen und die Narben gut schützen, wenn es kalt ist, da sie sonst sehr wehtun.

Regelmäßiges, mehrfach tägliches Eincremen kann den Juckreiz reduzieren. Bei besonders starkem Juckreiz kann der Arzt juckstillende Tropfen verschreiben. Gutsitzende Kompressionsbekleidung verringert zusätzlich den Juckreiz, deshalb ist es so wichtig, dass die Kompressionskleidung gut passt. Überprüfe, ob du vielleicht zu warm angezogen bist, denn auch Wärme kann den Juckreiz verstärken, besonders nachts.

Kompression

Bis die Narben ausgereift sind, d.h. sich durch Druck nicht mehr verändern lassen, musst du die Kompressionskleidung tragen. Dieser Reifungsprozess kann zwischen 6 und 24 Monaten dauern. Die Kompressionsbehandlung ist ganz wichtig, denn nur mit gutsitzender, regelmäßig getragener Kompression werden deine Narben so unauffällig wie möglich, hell und glatt. Die Kompressionskleidung kannst du am Ende der Behandlungszeit schrittweise weglassen, der Körper muss sich erst langsam wieder an seine neue „Freiheit“ gewöhnen.

Die Kompressionsbandagen solltest du rund um die Uhr tragen. Nur zur täglichen Hygiene (Duschen, Baden, Händewaschen und Eincremen) werden sie ausgezogen. Gesichtsbandagen und Handschuhe kannst du auch zum Essen ablegen.

Medizinische Nachbehandlung

Paulinchen e.V. verfügt über ein großes Netzwerk in ganz Deutschland an Therapeuten (Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Sanitätshäuser, Psychologen, etc.), deren Adresse und Telefonnummer wir dir gerne nennen. Schreib uns einfach eine Mail an deinportal@paulinchen.de, nutze das Kontaktformular oder rufe uns an 0800 0112 123 (kostenlose Hotline)

Den „richtigen“ Zeitpunkt kann man nur individuell finden. Dein behandelnder Arzt kann dich dazu gut beraten. Solltest du keine Anbindung an die Spezialklinik mehr haben, können wir dir gerne Ärzte nennen, die dich individuell beraten. Schreib uns einfach eine Mail an deinportal@paulinchen.de oder nutze das Kontaktformular.

Sport

Sobald alle Wunden abgeheilt sind, darfst du wieder ins Schwimmbad, auch ins Solebad. Nach jedem Bad im Chlorwasser oder im Meer musst du gründlich duschen und die Haut gut eincremen. Während des Badens sollte die Kompressionskleidung ausgezogen werden. Auch im Wasser musst du dich vor der Sonne schützen, es gibt Badekleidung mit Sonnenschutz, durch die sich die Narben ausreichend abdecken lassen.

Besonders am Anfang solltest du nicht zu lange im Wasser bleiben, damit die Haut nicht zu sehr aufweicht.

Psychische Bewältigung

Ja, das ist normal und eine Art Schutzfunktion des Körpers, der manchmal zuerst die physischen – also die körperlichen – Narben heilt, bevor die seelische Aufarbeitung beginnen kann. Wenn du merkst, dass Erinnerungen an den Unfall zurückkommen und diese dir Angst machen, bespreche dies mit deinem Arzt und auch mit deinen Eltern oder einer anderen Vertrauensperson. Natürlich kannst du auch Paulinchen unter der kostenlosen Hotline 0800 0 112 123 anrufen oder mailen deinportal@paulinchen.de.

Das, was du erlebst, nennt sich Posttraumatische Belastungsstörung und kann 3 bis 6 Monate nach dem Unfall auftreten, wenn die körperlichen Verletzungen weitgehend abgeheilt sind. Bauchschmerzen, Durchfall, Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche oder andere Schmerzen gehören manchmal auch dazu. Wende dich immer an deinen Arzt und / oder auch an deine Eltern und teile deine Ängste mit ihnen. Diese Symptome gehen oft nach einiger Zeit vorbei oder treten zumindest nicht mehr so häufig auf. Sollte dies nicht der Fall sein, suche bitte einen Arzt auf. Oder melde dich bei uns unter deinportal@paulinchen.de, über das Kontaktformular oder die kostenlose Hotline 0800 112 123.

Nach schweren Unfällen kann es sein, dass dein Körper so mit dem physischen Heilungsprozess beschäftigt ist, dass er für die seelische Heilung noch keine Zeit hatte. Der Unfall wird dann verdrängt. Bestimmte Gerüche, Geräusche, Situationen oder Bilder können allerdings Flashbacks auslösen, so dass du das Gefühl hast, du würdest den Unfall noch einmal erleben und entsprechend reagierst – mit Angst, Weinen oder Zittern. Wenn du so eine Situation erlebt hast, suche dir Hilfe bei deinem Arzt oder einem Seelsorger! Wenn du keinen kennst, dem du dich anvertrauen möchtest, rufe uns jederzeit unter der kostenlosen Hotline 0800 0112 123 an oder schreibe uns deinportal@paulinchen.de. Wir vermitteln dir jemanden, der dir helfen kann.